Rabenballade

 


Auf einem Baum zwei Raben stolz,
oh weh oh weh oh Leid oh weh.
Auf einem Baum zwei Raben stolz.
Sie warn so schwarz wie Ebenholz !
Sie warn so schwarz wie Ebenholz !

Der eine sprach: Gefährte mein,
wo soll die nächste Mahlzeit seio?
Auf jenem Grund, auf grünem Feld.
Ruht unter seinem Schild ein Held!
Ruht unter seinem Schild ein Held!

Seine Hunde liegen noch nicht fern.
Sie halten wacht bei ihrem Herrn.
Seine Falken kreisen auf dem Plan.
Kein Vogel wagt es sich zu nahen.
Kein Vogel wagt es sich zu nahen.

Da kommt zu ihm ein zartes Reh :
Ach daß ich meinen Liebsten seh.
Sie hebt sein Haupt von Blut so rot.
Der Liebste den sie küßt war tot!
Der Liebste den sie küßt war tot!

Sie gräbt sein Grab beim Morgenrot.
Am Abend war sie selber tot.
Ach großer Gott uns allen gib,
solch Falken, solche Hund und solch Lieb!
solch Falken, solche Hund und solch Lieb!
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Traum vom Tod II


Ich hab heut` Nacht vom Tod geträumt, er stand auf allen Wegen
Er winkte und er rief nach mir so laut
Er sprach mein Leben sei verwirkt, ich sollt mich zu ihm legen
Ein frühes Grab sei längst für mich gebaut
Ein frühes Grab sei längst für mich gebaut
Ich floh soweit das Land mich trug, soweit die Vögel fliegen
Doch mir zur Seite spürte ich den Tod
Sein Schatten folgte meiner Spur, ich sah ihn bei mir liegen
und seine Hände waren blutig rot
und seine Hände waren blutig rot
Da wußte ich es weht der Wind und Regen fällt hernieder,
auch wenn schon längst kein Hahn mehr nach mir kräht
Weil ich schon längst vergessen bin
Singt man mir keine Lieder
Nur Unkraut blüht und grünt auf jenem Feld
Nur Unkraut blüht und grünt auf jenem Feld
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Die Hexe 

Ein fliegendes Wesen von zarter Gestalt
Erhob sich bei Vollmond, hoch über dem Wald,
die Nebel sind lachend vorbeigezogen,
man hat sie gesehen, es ist nicht gelogen!

Sie war schön wie der Tag, doch jetzt ist es Nacht,
man hat schon das Holz für das Feuer gebracht.
Die Kirche im Dorf hat die Türen weit auf,
der Wirt er schenkt Wein für alle aus.
Man sagt sie hätt auf der Folter gesagt.
Sie war schön wie der Tag, doch jetzt ist es Nacht.

REF:
Und lauft holt den Wagen und bringt das Weib her.
Das Holz ist gestapelt und heiß ist der Teer.
Das Fest kann beginnen und heut soll sie brennen!
Und noch etwas Wein, dann soll sie verbrennen!
Brennen! Sie soll brennen!

Der Pfarrer der sie getauft und getraut.
Er hat es bezeugt sie ist Satans Braut.
Sie saßen heut alle beim großen Gericht,
man sagt sie hätte das zweite Gesicht.
Sie hat uns verhext und zum Narren gemacht.
Sie war schön wie der Tag doch jetzt ist es Nacht.

REF:
Und lauft holt den Wagen und bringt das Weib her.
Das Holz ist gestapelt und heiß ist der Teer.
Das Fest kann beginnen und heut soll sie brennen!
Und noch etwas Wein, dann soll sie verbrennen!
Brennen! Sie soll brennen!

Jetzt liegt nur noch Asche, kein Hexenbesen,
sie schlagen ein Kreuz, denn jetzt ist sie tot.
So schön wie der Tag ist sie mal gewesen,
nun tanzen die Funken, hin zum Morgenrot.

REF:
Und das ist zu wissen, für alle zur Lehr.
Das Holz ist gestapelt und heiß ist der Teer:
Für alle die anderst und sich nicht bekennen,
zum rechten Herrn die sollen verbrennen!
Brennen! Die solln brennen!
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Palästinalied
Walther von der Vogelweide 1170-1230

Nu aluerst lebe ich mir werde
Sit min suendic ouge siht
Daz reine lant und ouch die erde
Der man so vil eren giht
Mirst geschehen des ich ie bat
Ich bin komen an die stat

Da got mennischlichen trat
Schoeniu lant rich unde here

Swaz ich der noch han gesehen
So bist dus ir aller ere

Waz ist wunders hie geschehen
Das ein magt ein kint gebar
Here über aller engel schar
Waz das niht ein wunder gar?
Hie liez er sich reine toufen
Daz der mensche reine si
Do liez er sich herre verkoufen
Daz wir eigen wurden fri
Anders weren wir verlorn
Wol dir sper, kriuz unde dorn!
We dir, heiden! Deist dir zorn!
Hinnen fuor der sun zer helle
Von dem grab, da er inne lac.
Des was ie der vater geselle
Und der geist den niemen mac
Sunder scheide: est al ein,
sieht und ebener danne ein zein
als er Abrahame erschein.
In diz lant hat er gesprochen
Einen angeslichen tac.
Da diu witwe wirt gerochen
Und der weise klagen mac
Und der arme den gewalt
Der da wirt an ime gestalt
Wol im dort, der hie vergalt

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 Wein, Weib und Gesang

Wein, Weib und Gesang
Und das ganze ein Leben lang
Wenn das nicht mehr wär´
Ich armer Tor
Dann wär´ mir Angst und Bang
Ja, dann wär´ mir Angst und Bang

Schlaget an das erste Faß
Denn der Wein schlichtet größten Haß
Er benebelt die Sinne
Und schlägt auf die Stimme
Aus jedem Tenor wird ein Baß

Chorus

Mannen hebet an den Kilt
Für die Weiber ein lustiges Bild
Doch wer sich nicht traut
Weil er klein ist lieber schaut
Verstecke sich hinter sein Schild

Chorus

Weiber knöpft auf euer Hemd aber schnell
Denn wir Mannen lieben Blusen ohne l
Bleibt das Hemd zu bis oben
Kriegt ihr keinen Mann zum Toben
Tut ihr's doch gibt's Gejaul und Gebell

Chorus

Ja das Lied hat mir Spaß gemacht
Doch ich seh' es hat nichts gebracht
Drum pack' ich die Laute und spiel ander'n Leuten
Meine ganze Liederpracht

Chorus

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 All Voll

Bist du voll, so lege dich nieder
Steh' früh auf und völle dich wieder
Das ganze Jahr den Abend und den Morgen

Wein und Bier aus Faß und Krug
Saufe aus in einem Zug
Das ganze Jahr den Abend und den Morgen

Allvoll...

Riechst du aus dem Maul nit nach Rosen
Willst aber dennoch die Mägdlein liebkosen
Das ganze Jahr den Abend und den Morgen

Schläfst des Nachts du dann in der Gosse
Schmutz und Unrat dein Schlafgenosse
Das ganze Jahr den Abend und den Morgen

Chorus

Wein und Bier aus einem Faß
Saufe aus ohn' Unterlaß
Das ganze Jahr den Abend und den Morgen

Bist du voll so lege dich nieder
Steh´ früh auf und völle dich wieder
Das ganze Jahr den Abend und den Morgen

Chorus

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 Der Bauer aus dem Odenwald



Der Bauer aus dem Odenwald
Der Bauer aus dem Odenwald
Der hat ´ne schöne Frau
Daß seine Dienstmagd schöner war
daß wußt er ganz genau

Schiebe nach, schiebe nach, schiebe langsam nach
Schiebe langsam aber gut...

Und als die Bäuerin zum Jahrmarkt ging
Da war der Bauer froh
Er nahm sich die saubere Dienstmagd
Und ging mit ihr ins Stroh

Chorus

Und als die Bäuerin vom Jahrmarkt kam
Und ging die Treppe hinauf
Da sah sie die saubere Dienstmagd
Den Bauern oben drauf

Chorus

Die Bäuerin zum Bauern sprach
"Mir ist es eben recht.
Wenn Du die Magd geliebet hast,
So liebet mich der Knecht!"

Chrous

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 Unter den Toren

Unter den Toren
Hey! Ho! Ein Feuerlein brennt,
Kalt ist die Nacht für Gendarme.

Unter den Toren im Schatten der Stadt
Schläft man gut, wenn man sonst keine Schlafstelle hat.
Keiner der fragt nach woher und wohin
Und zu kalt ist die Nacht für Gendarme.

Chrous

Silberne Löffel und Ketten im Sack,
Legst Du besser beim Schlafen dir unter´s Genack.
Zeig nichts und sag nichts, die Messer sind stumm
Und zu kalt ist die Nacht für Gendarme.

Chrous

Greif nach der Flasche, doch trink nicht zu viel,
Deine Würfel sind gut, aber falsch ist das Spiel.
Spuck in die Asche und schau lieber zu,
Denn zu kalt ist die Nacht für Gendarme.

Chrous

Rückt dir die freundliche Schwester zu nah,
Das ist nur für die Wärme, mal hier und mal da.
Keiner im Dunkeln verliert sein Gesicht,
Und zu kalt ist die Nacht für Gendarme.

Chrous

Geh mit der Nacht eh der Frühnebel steigt,
Nur das Feuer glimmt stumm und das Steinpflaster schweigt.
Laß nichts zurück und vergiß was du sahst,
Denn die Sonne bringt bald die Gendarme.

Hey! Ho! Das Feuer ist aus!
Bald kommen die Gendarme.

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Die Rose im Wasser


Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten
So treibt ihr schlanker Körper auf der Flut
So bleich und kalt ist sie, daß eine Weide
viel Blätter auf sie weint in stummer Qual

Und rings umher im Wasser blühen Rosen
Der Liebsten die Roten
Die Weißen den Toten

Am Ufer hockt ein alter Salamander
Und hebt den Drachenkopf ins Sonnenlicht
Er weiß nichts von den Schmerzen einer Jungfrau
Von Grausamkeit und auch von Liebe nichts

Und rings umher im Wasser blühen Rosen
Der Liebsten die Roten
Die Weißen den Toten

Das Abendrot vergoldet ihre Wangen
Ein Aal schlüpft über ihre weiße Brust
Und durch die Zweige geht ein letzter Seufzer
Ein Hauch von Trauer und ein Hauch von Lust

Und rings umher im Wasser blühen Rosen
Der Liebsten die Roten
Die Weißen den Toten
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 Sag dem Teufel


Du bist immer gut zu Tieren
deine Kleidung ist adrett
du bist artig, still und leise
und zu alten Damen nett

du bist einfühlsam und freundlich
hast nie einen Tag verschenkt
du läufst immer vor dem Karren
den ein andrer für dich lenkt

zeig mir deine dunkle Seite
die ist, was ich an dir mag

sag dem Teufel in dir guten Tag

hinterm Haus im wilden Garten
unterm alten Eichenbaum
wo die Disteln auf dich warten
hast du manchmal einen Traum:

dann bist du nicht gut zu Tieren
bist nicht sauber und adrett
bist nicht artig, still und leise
und zu keinem Menschen nett

zeig mir deine schwarze Seele
die ist, was ich an dir mag

sag dem Teufel in dir guten Tag

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Kleid aus Rosen


Meister, Meister gib mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib

Ein gutes Mädchen lief einst fort
Verließ der Kindheit schönen Ort
Verließ die Eltern und sogar
den Mann, dem sie versprochen war

Vor einem Haus, da blieb sie stehn
Darinnen war ein Mann zu sehn
Der wilde stach in nackte Haut
Da rief das gute Mädchen laut:

Meister, Meister gib mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib

"Diese Rosen kosten Blut"
Sprach der Meister sanft und gut
"Enden früh dein junges Leben,
will dir lieber keine geben"

Doch das Mädchen war vernarrt
Hat auf Knien ausgeharrt
Bis er nicht mehr widerstand
Und die Nadel nahm zur Hand

Meister, Meister gib mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib

Und aus seinem tiefen Stechen
Wuchsen Blätter, wuchsen Blüten
Wuchsen unbekannte Schmerzen
In dem jungen Mädchenherzen

Später hat man sie gesehn
Einsam an den Wassern stehn
Niemals hat man je erfahrn
Welchen Preis der Meister nahm...

Meister, Meister gib mir Rosen
Rosen auf mein weißes Kleid
Stech die Blumen in den bloßen
unberührten Mädchenleib

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 Henkersbraut


Macht hoch die Tür, das Tor macht weit
es kommt die Braut voll Herrlichkeit
sie hat gehurt sie hat geklaut
streut Blumen für des Henkers Braut

Kein Myrtenkranz im schwarzen Haar
kein Schleier und kein Traualtar
kein Priester für das Ritual
der Bräutigam verfemt und kahl

Er nennt sie leis sein kleines Weib
udn mustert ihren dürren Leib
die Gästeschar im Lumpenkleid
drängt sich um sie und lacht und schreit

Macht hoch die Tür, das Tor macht weit
es kommt die Braut voll Herrlichkeit
sie hat gehurt sie hat geklaut
streut Blumen für des Henkers Braut

Einst war sie schuldlos wie ein Reh
und ihre Haut wie junger Schnee
doch in dem Weizenfeld am Haus
da trieb man ihr die Unschuld aus

sie hat in einer dunklen Nacht
ihr kleines Kindlein umgebracht
das ungeboren in ihr schlief
das sich nicht wehrte und nicht rief


Macht hoch die Tür, ...

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Erdbeermund


Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schrie mir schon die Lungen wund
nach deinem weissen Leib, du Weib.
Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,
da blüht ein schöner Zeitvertreib
mit deinem Leib die lange Nacht.
Da will ich sein im tiefen Tal
dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl.


Die graue Welt macht keine Freude mehr,
ich gab den schönsten Sommer her,
und dir hats auch kein Glück gebracht;
hast nur den roten Mund noch aufgespart
für mich so tief im Haar verwahrt ...
Ich such ihn schon die lange Nacht
im Wintertal im Aschengrund ...
Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund.


Im Wintertal, im schwarzen Erdbeerkraut,
da hat der Schnee ein Nest gebaut
und fragt nicht, wo die Liebe sei.
Und habe doch das rote Tier so tief
erfahren, als ich bei dir schlief.
Wär nur der Winter erst vorbei
und wieder grün der Wiesengrund!
... ich bin so wild nach deinem Erdbeerumnd!

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Minne

Du bist reich, du bist schön
gestern hab ich dich gesehn
und nun sehn ich mich nach deinem süßen Munde
Augen sanft wie Mondenschein
Rosenblätter würd ich streun
Verse schenkt ich dir aus tiefstem Herzensgrunde
doch unerreichbar fern bist du auf ewig
frommer Wunsch wird es sein
der mir fuhr ins Herz hinein
und seitdem verfluch ich jede volle Stunde

Ich bin arm, du bist reich
meine Hände sind nicht weich
denn die Welt ist alles andre als ein Garten
wo viel bunte Blumen blühn
Rosen, Veilchen und Jasmin
und so muß ich bis zum jüngsten Tage warten
Tränen brennen heiß in meinen Augen
ach was ist mit mir geschehn
seit mein Auge dich gesehn
alle Zeit verfluch ich jede volle Stunde








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